frauen bauen . kongress 2007
Freitag 21.09.2007 und Samstag 22.09.2007
Veranstaltungssaal der Volksbank Wien
Schottenring 1, 1010 wien
"Frauenaktivitäten zum Thema energetisches Bauen"
Der Kongress 2007 stand ganz unter dem Motto "Frauenaktivitäten zum Thema energetisches Bauen".
In Vorträgen, Diskussionen und Arbeitsgruppen wurden bis dato eingeschlagene Wege kritisch hinterleuchtet. Wohlfühlen im Passivhaus? Energieautark in Bolivien? Bauen in den Bergen?
frauen bauen erarbeitete Statements für eine nachhaltige, ökologische Zukunft.
PROGRAMM
Freitag 21.09.2007
Klimawandel – die Herausforderung für ALLE
10:00 Uhr Pressefrühstück
14:00 Uhr Einlass
14:30 Uhr Begrüßung Arch. DI Regina M. Lettner / Obfrau Verein frauen bauen
Eröffnung Christine Marek / Staatssekretärin BMWA
15:00 Uhr "Klimawandel - die besondere Herausforderung der Zukunft" O. Univ.Prof. Dr. phil. Helga Kromp-Kolb / Klimaforscherin
16:30 Uhr Studie "Selbstständige Ingenieurinnen in Österrreich" DI Elke Szalai / Büro Knoll & Szalai
17:00 Uhr "Hegemoniales Männerbild" Dr. Erich Lehner / Männer- und Geschlechterforscher
17:30 Uhr Podiumsdiskussion
DI Elke Szalai, Ass.Prof. DI. Dr.techn. Karin Stieldorf, Mag. Sonja Högler / Rauchfangkehrermeisterin,
Dr. Erich Lehner, Moderation: Mag. Christina Höfferer, ORF
Buffet, mexikanische Musik von Anabell Garfio-Mendez
Texte von Marianne Schoiswohl, gelesen von Nina Wiplinger
Samstag 22.09.2007
Passiv zu Haus
08:30 Uhr Einlass
09:00 Uhr "Investieren in alternative Energie" Mag. Simone Wagner / Volksbank Wien
09:30 Uhr "Bauökologie" Univ.Ass. DI Dr.techn. Karin Stieldorf / Vertr. TU Wien
Einführungsvorträge zu den Arbeitsgruppen:
10:15 Uhr SARA – ecobuilding project, rococo-solar cooling technology DI Susanne Gosztonyi und DI Anita Preisler / arsenal research
11:00 Uhr "Passiv zu Haus" Arch. DI Ingrid Hackermüller-Habenschuss / Architektin, Mag. Silke Brändle / KÖB Holzfeuerungen
11:30 Uhr "el sol" – Projekte in Bolivien, Mag. Gloria Diewald / Eine-Welt
12:00 Uhr Arbeitsgruppen zu den Themen:
• Energietechnik, DI Susanne Gosztonyi und DI Anita Preisler
• Passiv-zu-Haus, Arch. DI Ingrid Hackermüller-Habenschuss, Mag. Silke Brändle
• Eine Welt – Frauenaktivitäten – international, Mag. Gloria Diewald / Bolivien, Arch. Anna Heringer / Vertr.: Bangladesh, Maria-Theresia Bretschneider / Vereinigte Arabische Emirate
14:30 Uhr Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen
Zusammenfassung und Formulierung von Statements für eine nachhaltige und ökologische Zukunft
15:30 Uhr Resümee und wie geht es weiter …, Arch. DI Regina M. Lettner
Anschließend Exkursion zu einem Frauenprojekt mit Ausklang beim Heurigen
Kommentar Staatssekretärin Christine Marek
Karriere- und Einkommenschancen von Frauen hängen unmittelbar mit der Berufswahl zusammen. Diese wird von jungen Mädchen immer noch sehr traditionell getroffen. 50 Prozent der Mädchen, die eine Lehre machen, entscheiden sich für drei Lehrberufe: Friseurin, Sekretärin, Verkäuferin. Frauen in technischen Berufen, speziell in der Baubranche, sind jedoch extrem unterrepräsentiert. Traditionelle Rollenbilder sind in unserer Gesellschaft sehr tief verankert. Um diese aufzubrechen, braucht es kontinuierliche und hartnäckige Bewusstseinsbildung. Die Initiative "frauen bauen" ist hier ein großartiger Beitrag dazu, um in einem Bereich ein mehr an Chancengleichheit und Gleichstellung von Frauen und Männern herbeizuführen. Gerade im heurigen "Europäischen Jahr der Chancengleichheit" eine Herausforderung und Chance zugleich.
Sehr oft mangelt es den Baumeisterinnen, Malermeisterinnen, Schlossermeisterinnen, Dachdeckermeisterinnen, Architektinnen bis hin zu den Rechts- und Steuerexpertinnen an Netzwerken, die einen Austausch ermöglichen. Leistungen von Frauen in der Baubranche sind leider viel zu wenig bekannt und die Hemmschwelle, sich an eine Fachfrau zu wenden, ist immer noch hoch. Ein guter Grund sich zu vernetzen. Mit der Plattform "frauen bauen" haben Fachfrauen auch eine professionelle Anlaufstelle und Informationshilfe, um Netzwerke zu knüpfen und auszubauen.
Besonders hervorzuheben ist, dass "frauen bauen" auch an den Nachwuchs denkt. "frauen bauen" hilft Mädchen und Frauen bei der Lehrstellensuche, bietet Schnuppertage und Firmenführungen an und öffnet damit das Feld für junge Mädchen, die sich in für sie noch untypischen Berufen engagieren wollen. Diese Arbeit kann gar nicht als wichtig genug erachtet werden. Jede Initiative, jede Unterstützung in diesem Bereich hilft, Karriere- und Einkommenschancen von Frauen zu verbessern.
Kommentar zum Buch / Helga Kromp-Kolb / Herbert Formayer: „SCHWARZBUCH KLIMAWANDEL“
Wie viel Zeit bleibt uns noch? 1896 hat der schwedische Wissenschafter Svante Arrhenius erstmals aufgezeigt, dass zunehmende Treibhausgasemissionen zu signifikanter Erderwärmung führen. 1992 haben sich die Staaten bei der Klimakonferenz in Rio verpflichtet „… eine Stabilisierung der Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem solchen Niveau zu erreichen, das gefährliche anthropogene Einmischung in das Klimasystem verhindert“. Aber erst 2004 ist es mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls gelungen, ein völkerrechtlich verbindliches Instrument zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu schaffen.
Die Zeit läuft uns davon. Es geht nicht nur um Klimaschutz, es geht um Selbstschutz! Der globale Klimawandel ist eine Bedrohung, deren erste negative Auswirkungen auf Mensch und Natur bereits heute zu spüren sind.
EL SOL – KnowHowTransFair Projekt in Bolivien / Mag. Gloria Diewald - Projektkoordination EL SOL
Das im Jahr 2005 initiierte Projekt EL SOL im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zielt darauf ab, der bolivianischen Bevölkerung den Zugang zu Warmwasser durch den Selbstbau von Sonnenkollektoren zu ermöglichen, indem die dafür erforderliche Technologie von Österreich nach Bolivien transferiert wird. Das Projekt wird vom österreichischen Unternehmen Windkraft Simonsfeld GmbH & Co KG, sowie von der AEE Wien – NÖ gesponsert.
Im Rahmen des „frauen bauen Kongresses“ wird die Projektarbeit von EL SOL anhand der Präsentation von Dokumentarfilmen dem Publikum nahe gebracht, wobei der visuelle Input innerhalb der Arbeitsgruppe „eine welt – frauenaktivitäten –international“ kritisch hinterfragt wird. Dabei sollen Schwierigkeiten und Hindernisse, sowie Erfolgserlebnisse und Meilensteine der Nord-Süd Kooperation interaktiv erörtert, sowie gemeinsame Lösungsansätze für diagnostizierte Problemstellungen erarbeitet werden. Ganz besonderes Augenmerk wird auf traditionell festgefahrene Rollenbilder und typische Erwartungshaltungen beim Technologietransfer und der Projektimplementierung, sowohl in Nord als auch in Süd, gelegt.
Der UNO zufolge verfügen 2,4 Milliarden Menschen weltweit über keinen Zugang zu sauberem Wasser, 1,1 Milliarden haben keine sanitären Anlagen und täglich sterben 6000 Kinder an Krankheiten, die zu 80 % durch verseuchtes Wasser verursacht werden. Unser deklarierter Beitrag ist es, gegen diese Umstände zu kämpfen – für ein nachhaltiges Miteinander auf globaler Ebene.
Energietechnik / DI Susanne Gosztonyi, Ing. Anita Preisler
arsenal research arbeitet in nationalen und internationalen Forschungsprojekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten zum Thema nachhaltige Energieversorgung und energetischen Optimierung von Gebäuden. Bereiche sind beispielsweise Eco-building und Solare Kühlung, wozu zwei Projekte genauer vorgestellt werden. Als Methode der wissenschaftlichen Begleitung werden das Einbringen von Experten Know-How, thermisch dynamische Simulationen, Strömungssimulationen und Monitoring von Anlagen verwendet.
Kurzfassung Vortrag SARA
Das EU-Projekt SARA (Sustainable architecture applied to replicable public access buildings) hat zum Ziel, sieben innovative, nachhaltige Demonstrationsgebäude in Europa mit 15 Projektpartnern (Bauträger, Architekten, Gemeinden, Universitäten, Forschungszentren, Organisationen zur Verbreitung von Know-How,…) zu konzipieren und deren energetischen Verhalten über Monitoring zu überwachen und optimieren.
Drei der Gebäude wurden bereits fertig gestellt, ein Gebäude wird mit Ende des Jahres fertig gestellt werden, zwei Sanierungen sind noch im Laufen und ein Bauvorhaben wurde nicht realisiert. Ergebnisse und Monitoringdaten sind bereits auf der Projektwebsite (http://www.sara-project.net/) ersichtlich.
Kurzfassung Vortrag ROCOCO
Im EU-Projekt ROCOCO (Reduction of Costs of Solar Cooling Systems) wird anhand einer Studie das Einsparpotential, sowie die Marktchancen der Technologie „Solare Kühlung“ mit sieben Projektpartnern (Forschungszentren, Technische Büros, Ausführende Firmen) aus Forschung und Bauwirtschaft erarbeitet.
Als Methode werden Erfolgsversprechende Gebäudetypen und Klimazonen anhand thermisch dynamischer Gebäudesimulation mit unterschiedlichen Typen von Solaren Kühlanlagen ausgestattet und deren energetische Verhalten sowie die jeweils damit verbundenen Investitions- und Betriebskosten analysiert. Ziel dieser Studie ist die nächste Generation von Solaren Kühlanlagen im Gebäude zu spezifizieren.
Abschließend Herausarbeitung von Hürden und Lösungsansätzen in Arbeitsgruppen.
www.frauenbauen.at - die plattform
1030 wien • office@frauenbauen.at


