Regina Lettner - Oktober 2008
Baufrau des Monats Regina Lettner, Architektin Baukult ZT GmbH, Wien.
Es ist die Abwechslung, die Herausforderung mehrerer Disziplinen und Talente, die Regina Lettner an ihrem Beruf Architektin so spannend findet. „Das Tolle ist das Ineinanderübergreifen von Kunst und Technik. In der Entwurfsphase ist Kreativität ein Muss, in der Ausführung umfassendes technisches und organisatorisches Know-how.“
Dazu schätzt die in Wels geborene Ziviltechnikerin die Unterschiedlichkeit der Projekte selbst: Einfamilienhäuser, Pflegeheime, Büros, Apotheken, Arztpraxen, Schulen, Gefängnisse, Neu- und Umbauten.
„Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Welten und Themen öffnet Horizonte und gibt immer wieder Einblicke in etwas Neues“, sagt Lettner.
Weniger gefällt ihr die oftmalige Reaktion auf ihre Auskunft nach ihrer Tätigkeit: „Dass ich als Frau dennoch in einer Männerdomäne arbeite, merke ich immer
daran, dass auf die Antwort, ich sei Architektin, zu 90 Prozent die Frage folgt, ob ich Innenarchitektin bin.“
Dabei hat Lettner ganz andere Ambitionen: „Sollte einer/e der Leser/innen gerade eine Planerin für ein Hochhaus suchen – das würde mir in meiner Sammlung noch fehlen.“
WORDRAP
Regina Lettner über...
... Männer: In der Baubranche stark vertreten – eine bessere Mischung ist anzustreben!
... Beton: Ein wunderschöner Baustoff; leider glauben viele Firmen, dass Sichtbeton bedeutet, zu betonieren und dann nachzubessern.
... Arbeiten im Büro: Durch meinen Beruf als Architektin sitze ich Gott sei Dank nicht immer vor dem Schreibtisch, sondern leite auch Baustellen – eine willkommene Abwechslung.
... das Einfamilienhaus: Die Arbeit daran ist unterbezahlt – ökologisch ist es nicht mehr vertretbar.
... Frauen, die sich trauen: „Tue Gutes und rede darüber“ – Frauen sollten mehr über ihre herausragenden Leistungen reden – Männer tun es auch.
... Arbeitshandschuhe: Sind beim Entwurf hinderlich, beim Modellbau notwendig, auf der Baustelle für Handwerker ein Muss.
... den Humor auf Baustellen: … ein Arbeiter hat mir in einem Rohbau die Tür aufgehalten. Es war mehr als komisch, als der Mann das Plastik weggeschoben hat und mir den Vortritt ließ.
... Kinder: Unsere Gesellschaft sollte endlich anfangen, den Nachwuchs wieder so zu lieben und zu achten, wie es ihm gebührt. Kinder sind etwas Wunderbares.
... Betriebsklima: Streitbare Menschen und Aggressivität sind in meinem Büro nicht gewünscht.
... Höhenangst: Höhe ist für mich eine Herausforderung!
Lebenslauf
Geboren 1972 in Wels
Sprachen: Deutsch, Englisch, Holländisch, Französisch und Italienisch
Familie: ledig, keine Kinder
Hobbys: Wandern, Netzwerken
Ausbildung
seit 2005 Ziviltechnikerinnenbefugnis, Mitglied der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland
2000 – 2001: Auslandsaufenthalt in Rotterdam/Holland
2000: Sponsion zur DI für Architektur an der TU Wien/Österreich
1992 – 2000: Studium der Architektur an der TU Wien/Österreich
1991 – 1992: Auslandsaufenthalt in Vancouver/Kanada
1991: Matura an der HBLA in Neumarkt am Wallersee/Österreich
Berufslaufbahn
Feber 2008: Mitgliederkoordinatorin BNI – Business Network International
Mai 2007: Stv. Bezirksvertretungssitzungsvorsitzende
Mai 2006: Gründung und Obfrau des Vereins frauen bauen mit Arch. DI Freya Brandl
Herbst 2005: Bezirksrätin in der Leopoldstadt, Mitglied des Bauausschusses und stv. Vorsitzende der Bezirksentwicklungskommission
seit 2005: selbständige Architektin, Kanzleisitz in Wien mit den Schwerpunkten: Gebäudekonzept/Planung/Realisierung/Ökonomie/Gutachten
Gründung des Konsortiums baukult – in Zusammenarbeit mit Arch. DI K.-H. Eggl und Günter Lagler und Ing. Berthold Kurzmann
Unternehmen
Baukult ZT GmbH IG
Architektin DIin Regina M. Lettner
Staatlich befugte und beeidetete Ziviltechnikerin
Halbgasse 3–5/Stg. 2, 1070 Wien
regina.lettner@baukult.at
Baufrau des Monats: Regina Lettner download pdf
SOLID Wirtschaft und Technik am Bau: http://www.solid-bau.at
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1030 wien • office@frauenbauen.at
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